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Bevor wir die nächsten Tage in Bali verbringen, haben wir nochmal einen zweitätigen Zwischenstop in der für indonesische Verhältnisse kleinen Stadt (Fünfundsiebzigtausend) Kalibaru eingelegt.

Unser kleines aber nobles Hotel lag ganz am Rand der Stadt in mitten von Plantagen und wir waren die einzigen Gäste. Außer einer Führung durch die Reisfelder und Kakao- und Kaffeeplantagen nutzten wir die Zeit zum, für unsere Verhältnisse ausführlichen, relaxen.

Hier ein paar Geschichten und Eindrücke von Java:

  • Wieso steht ein Mann auf der Straße und wedelt mit einer roten Fahne?
  • Er bewacht ein Loch und möchte dafür wenn möglich etwas Geld von den Autofahrern.
  • Reisfelder oder Plantagen beginnen schon mitten in der Stadt. Ist neben der Strasse mal etwas Platz zwischen zwei Gebäuden, so wird dort entweder etwas angebaut oder verbrannt.
  • Jede kleine bis mittelgroße Stadt kann auch als Irrgarten durchgehen. Alle Straßen haben die gleiche Größe, links und rechts stehen die immergleichen Geschäfte und Häuser und die Kreuzungen bieten jeweils 4 Richtungen.
  • Der Indonesier läuft nicht, sondern fährt Motorrad. Könnte er direkt bis auf den Vulkan oder ins Einkaufszentrum fahren, so würde er es tun. Trekking- oder Wanderrouten, angelegte Parks oder Aussichtspunkte sucht man daher vergebens.
  • Den polizeilichen Ordnungshütern scheint der Verkehr ebenfalls nicht besonders zu gefallen und so ziehen sich die Beamten lieber zurück um ja nicht involviert zu werden. Es gibt ja auch besseres zu tun (schlafen, essen, mit dem handy spielen) als den Verkehr zu überwachen. Gelegentlich werden sie genötigt ihr tun zu unterbrechen wenn sie zu einem Unfall gerufen werden. Was die staatlichen Beamten nicht machen, wird von Privatpersonen erledigt. So finden sich immer wieder Personen die an Einmündungen oder kleinen Kreuzungen mit der Trillerpfeife den Verkehr regeln. Als dank für ihre Dienste bekommen sie dann ein paar Rupiah von den Autofahrern.
  • Zum Thema Verkehr gibt es nur folgendes zu sagen. Regeln gibt es offenbar keine, außer man halte sich links und achte gelegentlich auf rote Ampeln und geschlossene Bahnübergänge. Dies aber nur der eigenen Sicherheit wegen. Überholt wird an den unmöglichsten stellen, aus zwei spuren werden eben mal vier oder fünf gemacht, jenachdem wieviele Mopeds nebeneinander passen. Will man über die Straße, so brauch man nicht zu Glauben, das deswegen jemand auf die Idee kommt anzuhalten. Es gilt einfach loszulaufen. Erst jetzt wird man als Hindernis angesehen und geschickt umfahren. Ein wirklich prickelndes Erlebnis. Kurzum ist dieser verkehr für jeden Europäer das pure Chaos. Auch in Sachen Transport ist man erfinderisch und nutzt jeden Zentimeter aus. Wie so nur 2 Personen auf dem Motorroller wenn auch fünf drauf passen. Die Ladefläche eines LKW wird schnell mal zum Bus um die die liebe Familie zu transportieren.
  • Wie eröffnet ein Indonesier einen Rastplatz für sich, seine Freundin oder seine Freunde? Er stellt sich einfach einen Meter neben die Fahrbahn und genießt.
  • Folgende alte indonesische Weisheit prägt maßgeblich das Land: “was mein Nachbar kann, kann ich schon lange”. Das gilt für Geschäfte (50 Blumenläden mit dem identischen Angebot nebeneinander oder 30 Frauen mit Sataspießen), und für vieles Andere (mindestens 2 Flaggen pro Haus = Tausende Flaggen entlang der Straße, ein Bettler = 50 die mit wehenden Flaggen auf der Straße stehen)
  • Vielleicht noch ein paar Worte zur Religion. Etwa achtzig Prozent der Indonesier (nicht auf Bali) bekennen sich zum Islam. Dies bleibt dem gemeinen Touristen nicht verborgen. Nicht nur die Schleier tragenden Frauen sondern auch die große Anzahl der Moscheen lässt augenscheinlich darauf schließen. Das alleine wäre nicht schlimm, wenn da nicht der Muezzin wäre. Die akustische Beschallung beginnt gegen halb fünf am morgen, dann vormittags, mittags, nachmittags und schließlich das große Finale am Abend, welches schon mal von sechs bis neun gegen kann. Da jede Moschee über entsprechende Lautsprecher verfügt, erfolgt,die Beschallung aus allen Richtungen. Was für den islamischen Gläubigen ein Hochgenuss sein muss, ist für uns nur selige Folter. Zu unserem Pech sind wir mitten in die zeit des Ramadan geraden. Für einen deutschen die Hölle, den es gibt nur selten oder gar kein Bier. Sämtliche Verkehrsprobleme werden auf diese zeit geschoben. Das Ende des Ramadan war am letzten Wochenende und wir haben uns schon darauf gefreut, das es jetzt endlich etwas ruhiger wird. Aber wir wurden eines besseren belehrt, den jetzt folgte das dreitägige abschlussfest und danach noch die Ramadan Ferien. Statt weniger wurde immer mehr los auf den Straßen. Hört denn das nie auf ….
  • In Sachen Essen hat es den Anschein, als ob der Indonesier sich lieber bekochen lässt, als dies selbst zu tun. Unzählige kleine und größere Garküchen säumen den Straßenrand. Die Auswahl umfasst alle indonesischen Gaumenfreuden und ist entsprechend groß. Wer sich traut kann hier für kleines Geld leckere Sachen essen.
  • Die Staatsmacht ist überall präsent. Entweder in Form von Kasernen, Polizeistationen oder den allgegenwärtigen Fahnen in den Farben Rot und weis.

Die Handysucht hat auch hier um sich gegriffen – wieviele Handys haben wie hier?

 
Tankstelle auf dem Land
 
Torfu-Herstellung
 
Typischer Verkehr auf dem Land
 
Müllentsorgung auf Indonesisch
 
 

 

2 Antworten zu “By By Java”

  • helga sagt

    haben eure schönen fotos angesehen und ärgern uns dass wir schon wieder zu hause sind. ja die müllentsorgung in indonesie ist uns bekannt. sind in weißig und wünschen schönen urlaub rosi helga michael rolf

  • Mäusel und Co sagt

    Hallo, sind wieder zu Hause gelandet und haben gleich Deine schöne Reisebeschreibung und die Bilder
    angesehen. Genieße die verbleibende Zeit noch richtig. Bis zum Wiedersehen.

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