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Tag 1

Von Pokhara haben wir uns mit dem Taxi 1,5 Stunden nach Nayapul dem Eingang des Nationalparks, bringen lassen. Wie alle Touristen mussten wir hier unsere Touistenpässe (Tim, ACAP) vorzeigen und wurden als Trekker erfasst.

Da wir einen Teil unseres Gepäcks im Guesthouse gelassen haben, ging es dann endlich, mit aber immer noch gut 10 Kilo auf dem Rücken, auf zum ersten Etappenziel Tikhedhunga. Unsere Wanderkarte sagte 4 Stunden, das klang wenig und harmlos.

So machten wir uns also frohen Mutes auf und durften bald spüren, das bei brütender Hitze, dauerhaften Anstieg, Gepäck und ausgewaschenen Wegen, nichts harmlos war. Trotzdem pünktlich, erreichten wir nachmittags den kleinen Ort (1540 Meter) suchten uns ein Guesthouse, genossen die Aussicht auf die satten grünen Wiesen und Berge und das einheimische Essen.

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Tag 2

Das war leider wieder keine ruhige Nacht für mich. Mein Durchfall der mich seit Kathmandu begleitete, war stärker geworden und ließ mich kaum schlafen.
Gestärkt durch Kohlenhydrate und in der Hoffnung, das sich das schon geben werde, machten wir uns an den heutigen Aufstieg.
Die 7 Kilometer entpuppten sich jedoch als echte Herausforderung, da es hierbei 1300 Meter Höhenunterschied zu überwinden galt. Somit liefen wir 7,5 Stunden (mit Pause) nonstop über jegliche Form von Treppen und Stock und Stein, bergauf. Ohne Gepäck mag das zwar auch anstrengend sein, aber mit Rucksack, war das eine echte Qual.
Je höher wir kommen, desto schlechter wirde leider auch die Aussicht, weil Dunst und Wolken zu nahmen. Wir waren nun umgeben von tropischem Regenwald der immer dichter wurde.
Zum nachmittag hin, fing es dann mal wieder an mit regnen, was alles noch glitschiger machte und die Sicht noch weiter begrenzte.
Bisher hatten wir noch keinen einzigen Berg des Himalaja gesehen.

Endlich angekommen in Goranthani (2874 Meter) stiegen wir in einem Guesthouse mit toller Aussicht, warmen Wasser, beheizten Essensraum und eigenem Bad, ab. Die warme Dusche wirkte Wunder. Die Treppen runter zum Essenraum zeigten uns dann die Auswirkungen des heutigen Marsches. Das Laufen viel schwer, Schultern und Hüften schmerzten, auf deutsch, wir waren einfach fertig.

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Tag 3

Eines der Highlights auf diesem Trek soll der Sonnenaufgang über dem Anapurnamassiv sein. Diesen kann man jedoch nur genießen, wenn man morgens um 5.30 Uhr den den 400 meter höherliegenden Berg Pool Hill (3200) besteigt. Leider hatten wir an diesem Morgen nur Nebel und somit gab es nichts zu sehen. Beim Abstieg merkte ich dann, wie fertig mich die letzten Tage, der wenige Schlaf, der nicht aufhörende Durchfall, das wenige Essen und die Höhe zu schaffen machten.

An weiterlaufen war nach dem Frühstück in meiner Verfassung erstmal nicht zu denken. Ich entschied mich für einen Tag Pause mit viel Schlaf.
Da es den ganzen regnete, konnten wir die familiäre Atomsphäre des Guesthouses genießen. Kinder, statt Erwachsene, die dich fragen was du willst und dich immer lächelnd kichernd bedienen; gemeinsames wärmen am Ofen (draußen ist es merklich kühler geworden), eine Küche die sich bestimmt seit 50 Jahren nicht geändert hat, …
Als wir abends etwas zu essen bestellen, ginge zwei Mädchen raus aufs Feld, schnitten ab was sie brauchen und die Eltern bereiteten alles frisch in der Küche zu. Das wir zwischenzeitlich mal wieder keinen Strom hatten, störte da kaum.

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Tag 4

Als wir uns, sichtlich fitter, am nächsten Tag nach Tadapani aufmachen regnet es immer noch und ist voller Dunst und Wolken. Da läuft man schon mal auf einem Pass auf 3200 Meter und sieht nix. Das ist schon etwas deprimierend.

Etwas tiefer gelegen, laufen wir nun immer tiefer in den Regenwald und kommen uns vor wie auf einem Inkatrail. Alte Zerfallene Treppenstufen, ausgewaschene Wege, märchenhafte Baumformationen und überall Wasser in Form von Regen, Flüssen und Wasserfällen.

Angekommen in Tadapani (2590 Meter) ist es erst gegen 2 Uhr und unsere Hosen und Schuhe sind durchnässt. Hier treffen wir auf deutlich mehr Trekker als zu vor, die jedoch wie wir, zwar gut gelaunt, aber nicht so begeistert sind von der kühlen zugigen Luft und der nicht vorhandenen Möglichkeit sich zu wärmen oder seine Sachen zu trocknen. Wir nehmen uns trotzdem ein Zimmer und trinken erstmal einen Ingwertee.

Als wir hören, wie ein Guide zu einer etwas älteren Dame sagt, das es zum nächsten Ort nur noch 2 Stunden sind, sind wir jedoch wieder Feuer und Flame weiter zu laufen. Unsere Karte sagt zwar 3 bis 4 Stunden, aber wir vertrauen mal dem Guide und machen uns trotzdem auf.

Als wir nach 2 stunden zügigen Marsches noch immer tief im Wald stecken und der Weg nur noch durch Schlamm, Bäche und losen Steine führt, merken wir – das war wohl zu früh gefreut. Nach letztendlich 4 Stunden erreichen wir den Gandruk (1940 Meter) und finden ein Guesthouse. Gemeinsam mit anderen Trekkern genießen wir eine warme Mahlzeit, einheimisches Bier und viele Gespräche.

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Tag 5

Heute geht es zurück nach Nayapul (1050 Meter). Glücklichweise hat der Regen nachgelassen und wir haben anfangs viele trockene Abschnitte und zum Ende nur noch Sonne. So können wir beim gehen eine zauberhafte Aussicht auf die hügelige Landschaft, Reisfelder und kleinen Dörfer genießen.

Nach knapp 7 Stunden kommen wir am Ausgangsort an und lassen uns mit einem Taxi wieder nach Pokhara fahren.

Das war nun unser Trek – statt Berge gab es Regenwald satt, satt Aussicht Wolken und Nebel, aber dafür neue Heruasforderungen, Erfahrungen, Gespräche, … Spaß gemacht hat es trotzdem.

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2 Antworten zu “The WALK”

  • Andi sagt

    Schöner Bericht! Ich kann mir richtig gut vorstellen wie anstrengend die Tour gewesen sein muss. Schade, dass ihr für eure Strapazen nicht mit einem schönen Ausblick belohnt wurdet.
    Hoffentlich hast du den Durchfall bald überstanden. Gute Besserung und weiterhin viel Spaß!

  • Mäusel und Co sagt

    das war ja wirklich eine echte Herausforderung. Hoffentlich ist Dein Darm wieder einigermaßen i.O..
    Wir sind jedenfalls froh, dass Ihr diesen Treck gut überstanden habt.
    Deinen Pflanzen geht es auch gut.
    Liebe Grüße
    Mumm und Dad

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