17-tägige Expedition durch die Wildnis/Busch von Mosambik und Südafrika

(Juli 2009).
In einer kleinen Gruppe, bestehend aus 8 Leuten (Deutschland, Dänemark, England,  Norwegen) und einem Guide, durchquerten wir 17 Tage lang Südafrika und Mosambike in einem Overland Truck. Die Tour startet und endet in Johannesburg, wo es zu dieser Jahreszeit zwischen 0 und 10 Grad und Sonnenschein sind.

Bis zur letzten Minute erlebten wir eine tolle Mischung aus unberührter Natur in Form von Buschland, Meer, Bergen und Flüssen und einheimischer Kultur. Um noch etwas tiefer einzutauchen, blieben wir anschließend noch 4 Tage in Johannesburg.

Tour-Highlights

Mosambik
* Maputo (Hauptstadt)
* Vilanculus,
* Praia da Barra, Inhambane
* Transfrontier Peace Park

Südafrika
* Johannesburg, Pretoria
* Krüger National Park
* Hluhluwe-Umfolozi-Park

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Der Anfang

Da es im Süden Afrikas Winter ist, ist es noch dunkel als wir am ersten Tag um 06.30 Uhr in unseren “Truck” steigen und die 700 km lange Fahrt zum Drifters Camp starten.

Vorbei geht es über 100 km Tagebaulandschaften (Kohle, Erz, Gold), ebenso langen Farmen (Mais, Vieh) und künstlich angelegten Wäldern. Ärmliche Hütten sind spärlich einzeln verteilt, überall stehen oder sitzen schwarze arme Menschen einfach nur rum und die zwei Städte die wir durchfahren spiegeln die starke Kluft zwischen schwarz und weiß wieder. Schwarze überall im Überfluss – 7 für die Bewachung eines Parkplatzes, 50 als Personal im Supermarkt und 10 für die Ausbesserung  der wie Festungen umzäunten Häuser der Weißen.

Gegen 18 Uhr kommen wir dann endlich im Camp, machen gemeinsam Essen und legen uns im Schlafsack in unseren Hütten zur Ruhe.

Unterwegs mit Truck und Zelt

Ab dem ersten Tag saßen wir fast täglich für mehrere Stunden, teilweise sogar den ganzen Tag im Truck, um die großen Entfernungen zu überwinden.

Die Übernachtungen war dabei um so facettenreicher. Von einem tollen Hotel, einer Art Bambushütte direkt am Meer, Zeltplätzen bis zum Wildcampen war alles dabei. Wenn wir mal nicht in einer Lodge/Hotel übernachteten, so hieß das meist abends Zelt aufbauen und gemeinsam am Lagerfeuer kochen und morgens früh aufstehen, frühstücken, abwaschen, Zelt und Truck einräumen und weiterfahren.

Im zweiten Teil unserer Tour nutzen wir ein kleineres und viel luftigeren Fahrzeug (4×4). Da es tagsüber mittlerweile recht warm geworden war, fuhren wir ohne die Fensterplanen und mit geöffnetem Dach durch den immer dichter werdenden Busch. Das ließt zwar viele Luft rein, jedoch peitschen andauernd Äste ins Wageninnere und das Gewackel fühlte sich eher wie ein wilder Ritt an, als eine Autofahrt. Wenn man dann noch tief im Busch, abseits jeder Straße, nur auf Feldwegen und mit vereinzelten Hütten am Wegesrand unterwegs ist, fühlt man das Niemandsland. Passend dazu übernachteten wir dann auch keinem Camp, sondern direkt im Busch und erlebten wie es ist, ohne Dusche und mit einem Loch im Boden + Toilettensitz zu campen.

Die Länder

Afrika ist eine andere Welt. Das ist zwar leicht gesagt von außen, aber vor Ort spürt man sofort den Gegensatz zwischen der Land- und Stadtbevölkerung und schwarz und weiß. Das Leben auf dem Land ist teilweise sehr sehr einfach, aber in der Ausprägung unterschiedlich von Region zu Region. Generell gilt überall: ohne Anbau oder Tierhaltung läuft nix, die Kinder müssen schon mit anpacken und arbeiten wesentlich mehr Frauen als Männer, alles jedoch auf dem Stand vor 100 Jahren. Die moderne Welt begegnet einem jedoch immer wieder in Form von Mobilfunkmasten, gelb angemalten Häusern zum Verkauf von Handys und oder modernen Bankgebäuden. Ist die ganze Stadt auch noch so marode, dass Bankgebäude ist neu und modern.

Zwei schöne Erlebnisse

Am einem Tag fuhren wir zu einer Schule in Hluhluwe (Südafrika), welche Teil eines Hilfsprojektes unseres Reiseanbieters ist. Wir bekamen alles erklärt und in einer Klasse sangen und tanzten uns die Schüler etwas vor.  Der Gesang sehr beeindruckend, vor allem mit welcher Leichtigkeit die Mädchen dies machten. Es war toll zu sehen, das auch auf dem Land mit durch Bildung etwas bewegt wird, anderseits war es befremdlich als Touristen etwas präsentiert zu bekommen.

Im Königreich Swaziland machten wir eine ähnliche aber persönlichere Erfahrung. Als es dunkel ist, führten eine paar einheimische Männer und Frauen in traditioneller Kleidung den Besuchern des Camps  ihre Stammestänze vor.  Da es hier keinen Strom gab (sehr stimmungsvoll stehen auf den Toiletten Petroleumlampen), fand die Aufführung am Feuer statt, was zur Folge hat, das zum Ende die zum mit tanzen aufgefordert wurden, die so schön im Licht saßen – womit die Wahl auf Erik (der Norweger) und mich traf. Wir haben natürlich mitgemacht! Auch hier spürten wir, wie Stolz die Einheimischen auf Ihre Tänze waren.

Die Tiere

Meist im Auto sitzend und mit der Kamera im Anschlag haben wir von Tag zu Tag mehr Tiere gesehen. Es ist schon ein tolles Gefühl, wenn eine Nashorn- und eine Elefantenfamilie jeweils mit ihren Jungen, 10 Meter vor unserem Truck im Gestrüpp vorbei läuft, ein Nashorn sich im Schlamm wälzt oder man nachts die Hippos hört.

Meer und Berge

Nach einer über 500 Km langen Fahrt kommen wir abends in Inhambane am Barra Reef an. Untergebracht sind wir für drei Nächte in tollen Strohhütten direkt hinter den Dünen am Strand und der Mond scheint hier so hell, dass man keine Taschenlampe am Strand braucht. Wow.

Im strahlenden Sonnenschein und bei ca. 22 Grad fahren wir morgens mit einem extrem schnellen Schlauchboot raus aufs Meer – Wale suchen ist angesagt. Die Geschwindigkeit und das Auf und Ab dieses im wahrsten Sinne „Meeresrittes“ machen die Fahrt zu einem absoluten Highlight, auch wenn mir die ganze Zeit etwas mulmig im Bauch ist (Ich hasse Achterbahnfahrten).

Wieder einmal haben wir Glück und bekommen einen Buckelwal zu sehen. Zu sehen ist vielleicht etwas übertrieben, denn außer der Flosse und der Fontäne samt Öffnung ist der Rest, des bestimmt 15 Meter Kolosses, nur im Wasser und wir halten gebührenden Abstand.

Weniger Abstand müssen wir beim kurz darauf gesichteten Walhai halten und so heißt es auf einmal „Los Los, ab ins Wasser“. Auf offener See ist das mit der Orientierung nur leider etwas schwierig und so gehöre ich zu Denjenigen, die es nicht schaffen den Hai sofort zu finden und mit ihm zu schwimmen. Pech gehabt. Völlig ruhig geht es dagegen beim anschließenden schnorcheln zu – einfach von der Strömung treiben lassen.

Am darauf folgenden Tag, gehen wir morgens in die Mangroven-Sümpfe. Diese sind nämlich nur bei Ebbe zu betreten, halten dafür aber eine Menge Essbares (zumindest für die Einheimischen) und  eine interessante Tierwelt parat.

Danach ist endlich Faulenzen angesagt und wir können endlich mal so richtig im Meer rumtollen. Eigentlich bin ich ja nicht so eine Wasserratte, aber hier, an diesem perfekten Sandstrand kann man so schön die Macht des Meeres spüren. Der Sog, wenn das Wasser zurückweicht, lässt einen kaum vorwärts kommen und die Wellen haben trotz ihrer geringen Größe eine so enorme Energie, das sie mit einem spielen, nicht umgekehrt.

Rückweg vom Krüger Nationalpark nach Johannesburg durch den Blyde Canyon

Johannesburg / Soweto

In Johannesburg wohnten wir 4 Tage in einem Einfamilienhaus, welches als Pension genutzt wurde. Die Verwaltung übernahm der Sohn der Inhaberfamilie, das putzen und kochen die Angestellten.

übernachteten wir in einem Gästehaus hatten wir für zwei Tage einen eigenen Taxifahrer/Guide. Er hieß … und kam aus den sogenannten Townchips, hier in Joahnnesburg ist das Soweto.  In Soweto leben ausschließlich die schwarze Bevölkerung, welche  mittlerweile auf geschätzte 3,5 Mio Einwohner gewachsen ist. Während im Zentrum von Johannesburg so gut wie keine Industrie und keine Hotels angesiedelt sind und die Stadt immer weiter verfällt, besteht die Umgebung aus kleinen Siedlungen, die schwarz und weiß von einander trennen. Hier sind die Häuser der Weißen mit hohen Mauern, Zäunen und Wachpersonal ausgestattet sind und das Servicepersonal egal wohin man geht, meistens schwarz ist.

Durch unseren Fahrer … (schwarz) und den Sohn unserer Pension hatten wir die Gelegenheit beide Seiten der südafrikanischen Geschichte und Mentalität kennenzulernen.