26 Tage in Singapur und Indonesien

Im August 2012 haben wir in Form einer Rundreise die indonesischen Inseln Java und Bali besucht. In insgesamt 27 Tagen erlebten wir direkt vor Ort die Leidenschaft rund um das Ausleben der unterschiedlichen Religionen (Islam und Hinduismus), die Folgen der Globalisierung (Großstädte auf Java), tolle Natur (Vulkan Bromo auf Java und Bali im Allgemeinen) verpackt in leider viel zu viel Autofahren aber garniert mit Sonne, Luxus und Strand.

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Singapur

Eigentlich dürfte Singapur gar nicht in Asien liegen, denn für asiatische Verhältnisse ist es hier viel zu ruhig, einfach zu weitläufig, ungewöhnlich sauber und geplant gebaut.

Tolle Architektur
Um auch als Stadtstaat unter den eigentlich wesentlich größeren Städten mitmischen zu können, wird hier seit einiger Zeit auf wegweisende Architektur (Gardens by the Bay, Hotel Marina Bay Sans) und neue Attraktionen gesetzt. So gibt es wie in London ein riesiges Riesenrad, eine eigene Formel 1 Strecke und einen Tenniscourt auf dem Wasser.

Essen als Hauptbeschäftigung
Auffallend sind die vielen Essenstempel (Hawker Centres) mit ihren Garküchen, wo die Einheimischen mittags und abends, meist in Gemeinschaft ihre Zeit verbringen. Hier ist wieder das typische asiatische Flair zu finden, überall ist emsiges Gewusel, unterschiedlichste Essensgerüche kämpfen um die Wette und wir stehen als Touristen ungläubig vor den Fotos obskuren Gerichte und trauen uns kaum davon etwas zu bestellen. Dennoch, die Preise sind niedrig (die meisten Gerichte kosten 2-5 S$ ), Hygiene-Standards hoch (die einzelnen Garküchen, sogenannte Stalls, werden regelmäßig kontrolliert und bewertet) und wenn man das richtige Gericht erwischt, kann das Essen ausgezeichnet sein (ein Indiz für gutes Essen sind lange Schlangen vor einem Stand und auch aufgehängte Zeitungsartikel, die von dem entsprechenden Stand handeln).

Stylische Hostels
Singapur ist teuer und da wir tagsüber eh immer unterwegs sind, haben wir uns bei unseren 2 Auftenthalten, jeweils ein Hostel genommen. Diese sind nicht nur stylisch eingerichtet, sondern verfügen statt über Doppelstockbetten über Bettnischen mit Licht und Stromanschluss.

Von Städten und Straßen

Unser Flug mit Air Asia von Singapur nach Jakarta (auf Java) hatte 1,5 Stunden Verspätung, so das wir in den Abendstau von Jakarta gerieten. Das Wort Stau bekommt hier nach 4 Stunden Stop und Go auf immer der selben Straße, mit zwischendurch 12 Spuren, durch diese Riesenmetropole (18 Mio) eine ganz neue Bedeutung. Jede kleine bis mittelgroße Stadt kann auch als Irrgarten durchgehen. Alle Straßen haben die gleiche Größe, links und rechts stehen die immergleichen Geschäfte und Häuser und die Kreuzungen bieten jeweils 4 Richtungen. Es blinkt hier und da modern, überall sieht man KFC oder MC Donalds und einen Wimpernschlag weiter bricht die Fassade zusammen. Reisfelder oder Plantagen beginnen schon mitten in der Stadt. Ist neben der Strasse mal etwas Platz zwischen zwei Gebäuden, so wird dort entweder etwas angebaut oder verbrannt.

 

Tempel

Uunweit von Yogyakarta liegen die beiden größten Tempel Javas, Borobudur und Prambanan. Die Tempel selbst sind aufgrund ihrer unterschiedlichen religiösen Zuordnung Abstammung sehr unterschiedlich, aber beeindrucken durch ihre Größe und mit schönen Verzierungen. Gleichzeitig durften wir hier eine neue sympathische Seite der Indonesier kennenlernen. Je öfter wir gut gelaunt den oberen Teil der Anlage umrundeten, desto öfter wurden wir gebeten sich mit uns fotografieren zulassen.

Landleben

Zwischen den Städten, lässt sich die tolle Natur die es hier gibt, kaum genießen. Entweder sie ist kaum zu erreichen, vermüllt und zugebaut, oder einfach nicht zu sehen, weil über allem eine Dunstglocke hängt. Dafür überall Menschen, jede Straße ist links und rechts mit Läden gepflastert, der Müll wird gleich an Ort und Stelle verbrannt, die Menschen sind dauernd am shoppen, essen oder betteln.

Dennoch, in Kalibaru und später am Bromo konnten wir etwas Natur durch einige Wanderungen oder Führungen durch Plantagen (Kaffee, Kakao, Vanille) bestauen.

Bromo

Der 2329 m hohe Vulkan ist der jüngste Krater des Tengger-Vulkan-Massivs und einer der aktivsten Vulkane auf Java.  Hier hieß es nachmittags hin um am nächsten Morgen ab 5 Uhr den Sonnenaufgang zu beobachten. Nach dem Sonnenaufgang vorbei war, konnten wir mit vielen anderen hauptsächlich einheimischen Touristen, den Bromo selbst “besteigen”. Was auf den ersten Blick ganz einfach aussah entpuppte sich als ganz schöne Herrausforderung für unsere Lungen. Der Weg war so staubtrocken, das jeder Schritt von Mensch oder Tier (Pferdetransport wurde angeboten) mit einer tollen Staubwolke belohnt wurde. Wer oben, wenn auch hustend, ankam, wurde dafür mit einem tollen Ausblick belohnt.

Weitere Geschichten und Eindrücke von Java:

  • Wieso steht ein Mann auf der Straße und wedelt mit einer roten Fahne? Er bewacht ein Loch und möchte dafür wenn möglich etwas Geld von den Autofahrern.
  • Der Indonesier läuft nicht, sondern fährt Motorrad. Könnte er direkt bis auf den Vulkan oder ins Einkaufszentrum fahren, so würde er es tun. Trekking- oder Wanderrouten, angelegte Parks oder Aussichtspunkte sucht man daher vergebens.
  • Den polizeilichen Ordnungshütern scheint der Verkehr ebenfalls nicht besonders zu gefallen und so ziehen sich die Beamten lieber zurück um ja nicht involviert zu werden. Es gibt ja auch besseres zu tun (schlafen, essen, mit dem Handy spielen) als den Verkehr zu überwachen. Gelegentlich werden sie genötigt ihr tun zu unterbrechen wenn sie zu einem Unfall gerufen werden. Was die staatlichen Beamten nicht machen, wird von Privatpersonen erledigt. So finden sich immer wieder Personen die an Einmündungen oder kleinen Kreuzungen mit der Trillerpfeife den Verkehr regeln. Als dank für ihre Dienste bekommen sie dann ein paar Rupiah von den Autofahrern.
  • Zum Thema Verkehr gibt es nur folgendes zu sagen. Regeln gibt es offenbar keine, außer man halte sich links und achte gelegentlich auf rote Ampeln und geschlossene Bahnübergänge. Dies aber nur der eigenen Sicherheit wegen. Überholt wird an den unmöglichsten stellen, aus zwei Spuren werden eben mal vier oder fünf gemacht, jen achdem wie viele Mopeds nebeneinander passen. Will man über die Straße, so brauch man nicht zu Glauben, das deswegen jemand auf die Idee kommt anzuhalten. Es gilt einfach loszulaufen. Erst jetzt wird man als Hindernis angesehen und geschickt umfahren. Ein wirklich prickelndes Erlebnis. Kurzum ist dieser verkehr für jeden Europäer das pure Chaos. Auch in Sachen Transport ist man erfinderisch und nutzt jeden Zentimeter aus. Wie so nur 2 Personen auf dem Motorroller wenn auch fünf drauf passen. Die Ladefläche eines LKW wird schnell mal zum Bus um die die liebe Familie zu transportieren.
  • Wie eröffnet ein Indonesier einen Rastplatz für sich, seine Freundin oder seine Freunde? Er stellt sich einfach einen Meter neben die Fahrbahn und genießt.
  • Folgende alte indonesische Weisheit prägt maßgeblich das Land: “was mein Nachbar kann, kann ich schon lange”. Das gilt für Geschäfte (50 Blumenläden mit dem identischen Angebot nebeneinander oder 30 Frauen mit Satespießen), und für vieles Andere (mindestens 2 Flaggen pro Haus = Tausende Flaggen entlang der Straße; ein Bettler = 50 die mit wehenden Flaggen auf der Straße stehen)
  • Vielleicht noch ein paar Worte zur Religion. Etwa achtzig Prozent der Indonesier (nicht auf Bali) bekennen sich zum Islam. Dies bleibt dem gemeinen Touristen nicht verborgen. Nicht nur die Schleier tragenden Frauen sondern auch die große Anzahl der Moscheen lässt augenscheinlich darauf schließen. Das alleine wäre nicht schlimm, wenn da nicht der Muezzin wäre. Die akustische Beschallung beginnt gegen halb fünf am morgen, dann vormittags, mittags, nachmittags und schließlich das große Finale am Abend, welches schon mal von sechs bis neun gegen kann. Da jede Moschee über entsprechende Lautsprecher verfügt, erfolgt,die Beschallung aus allen Richtungen. Was für den islamischen Gläubigen ein Hochgenuss sein muss, ist für uns nur selige Folter. Zu unserem Pech sind wir mitten in die zeit des Ramadan geraden. Für einen deutschen die Hölle, den es gibt nur selten oder gar kein Bier. Sämtliche Verkehrsprobleme werden auf diese zeit geschoben. Das Ende des Ramadan war am letzten Wochenende und wir haben uns schon darauf gefreut, das es jetzt endlich etwas ruhiger wird. Aber wir wurden eines besseren belehrt, den jetzt folgte das dreitägigeAbschlussfest und danach noch die Ramadan Ferien. Statt weniger wurde immer mehr los auf den Straßen. Hört denn das nie auf …
  • In Sachen Essen hat es den Anschein, als ob der Indonesier sich lieber bekochen lässt, als dies selbst zu tun. Unzählige kleine und größere Garküchen säumen den Straßenrand. Die Auswahl umfasst alle indonesischen Gaumenfreuden und ist entsprechend groß. Wer sich traut kann hier für kleines Geld leckere Sachen essen.
  • Die Staatsmacht ist überall präsent. Entweder in Form von Kasernen, Polizeistationen oder den allgegenwärtigen Fahnen in den Farben Rot und weis.

Bali – die andere Welt

Natur

Bali ist der erhoffte Kontrast zu Java. Hier sind die Anzahl der Fahrzeuge, Fahnen und Menschen auf ein normales Maß gesunken. Es gibt endlich Straßen ohne Häuser am Straßenrand, riesige Reisterassen die begehbar sind, Tempel über Tempel und ein Hauch von Tradition und Glauben (Hinduismus) liegt in der Luft.

Balifestival in Ubud

Die kleine Stadt Ubud ist das kulturelle, touristische und künstlerische Herz Balis. Von hier aus kann man ganz viel unternehmen (siehe nachfolgend), perfekt künstlerische Souvenirs shoppen und super essen. Allein die Hauptstraße ist gut 3 km lang und besteht nur aus Restaurants, Shops und Galerien. Überall sind kleine hübsche Schreine oder Tempel zu sehen und da gerade Balifestival ist, sind diese toll geschmückt und dekoriert. Zum Höhepunkt treffen sich alle in den Tempeln, bringen Geschenke mit und beten.

Endspannen in Balangan

Die letzten Tage auf Bali entspannten wir uns im Niemandsland von Balangan. Niemandsland deshalb, weil hier nichts ist, außer einem Surferstrand mit großen Wellen und tollen Sonnenuntergängen.

 

Tourverlauf

Tag 01 : Singapur
Tag 02 : Singapur
Tag 03 : Ankunft Jakarta,Weiterfahrt nach Bogor
Tag 04 : Bogor
Tag 05 : Weiterreise nach Bandung
Tag 06 : Zugfahrt von Bandung nach Yogyakarta
Tag 07 : Yogyakarta
Tag 08 : Radtour zum Borobudur
Tag 09 : Fahrt nach Prambanan, Solo, Candi Sukuh
Tag 10 : Wanderung nach Tawangmangu
Tag 11 : Malang > Bromo (Vulkan)
Tag 12 : Sunrisetour Bromo
Tag 13 : Kalibaru (Plantagenbesichtigung)
Tag 14 : Überfahrt nach Bali
Tag 15 : Lovina (Delphine und Schnorcheln)
Tag 16 : Ubud (Affentempel)
Tag 17 : Ubud (Fahrradtour)
Tag 18 : Ubud
Tag 19 : Tirtagangga (Wasserpalast)
Tag 20 : Tirtagangga (Wasserpalast)
Tag 21 : Tirtagangga (Wasserpalast)
Tag 22 : Belangan Beach Bungalow
Tag 23 : Belangan Beach Bungalow
Tag 24 : Belangan Beach Bungalow
Tag 25 : Rückflug nach Singapur
Tag 26 : Singapur
Tag 27 : Singapur, wegen Lufthansa-Streik